Tageszeitung


Erschienen im Südkurier am 21. Dezember 2009

Ein tierisch verrückter Abend

Radolfzell.
Es riecht nach selbstgemachtem Punsch, der am Donnerstagabend eine warme Atmosphäre in dem Laden in der Teggingerstraße 9 verbreitet. Hier ist seit dem ersten Advent die Ausstellung „Winterzauber“ zu bewundern, in der fünf Künstlerinnen aus der Region Keramik, Schmuck, Filztaschen, Liköre und Marmeladen sowie Gemälde mit Text zum Verkauf anbieten. Die Lesung der Autorin Claudia Edelmann, eine Freundin der Künstlerinnen, ist ein persönliches Miteinander mit viel Lachen und Heiterkeit.

Zunächst werden die Zuhörer in das Konstanz des zwanzigsten Jahrhunderts entführt. Claudia Edelmann liest zwei Kurzgeschichten aus ihrem ersten Buch „Der Fliegende Delphin“, das 2008 erschienen ist. Das Buch zaubert jedem Konstanzer ein Lächeln auf die Lippen, denn im Mittelpunkt stehen die Menschen, die Konstanz zu dem gemacht haben, was es ist, und die das Leben dort bunter gemacht haben. Man begibt sich auf eine kleine Zeitreise in den Winter 1962, als der Bodensee komplett zugefroren war, oder in Engstlers Biergarten, das In-Lokal der 50er Jahre. Als Abwechslung und Auflockerung werden die Zuhörer, passend zu jeder Kurzgeschichte von Michael Kriegs mit jazziger Klaviermusik unterhalten.

Mit einem lustigen Gedicht stimmt Claudia Edelmann die Gäste auf ihre neuen „tierischen“ Kurzgeschichten ein, die von vielen Lachern begleitet werden. Ein Floh, der von seinem Wirt und dessen Alltag, welcher nur aus Büro, Tagesschau und Fertiggerichten besteht, tierisch gelangweilt ist. Eine übergewichtige Katzendame samt Herrin, die sich wegen der baldigen Rückkehr des schlankheitsbewussten Herrchens aus Amerika auf strenge Diät setzen, um dann am Flughafen ein etwas, naja, runderes Herrchen zu begrüßen. Die leicht biographisch angehauchte Geschichte, in der eine Frau versucht einen Ziegenbock mit Bachblüten und Farbtherapie von seinem Aggressionsproblem zu heilen.

Diese und viele weitere kuriose Geschichten über die liebenswerten Vierbeiner, gibt es in dem Buch „Tierisch verrückt“ zu lesen. Die Autorin Claudia Edelmann lebt und arbeitet als freie Journalistin, Autorin, Werbetexterin und Marketingberaterin in Bodman am Bodensee. Ihr nächstes Buch soll ein Roman werden. Dafür hat sie von Januar bis April eine Recherchereise nach Auckland in Neuseeland geplant. Dort will sie mit den dortigen Ureinwohnern, den Maori, zusammen leben und das Land, die Menschen und die Geschichte erforschen.

Selina Bölle

 


Erschienen im „Wochenblatt“ am 16. Dezember 2009

Tierisch verrückt
Claudia Edelmann entdeckt die Vierbeiner

Bodman (li) Claudia Edelmann ist eine glänzende Erzählerin. Das hat die in Bodman lebende Autorin mit ihrem neuen Band „Tierisch verrückt“ eindrucksvoll bewiesen. Deshalb ist das handliche Buch auch ein ideales Geschenk für alle, die Kurioses lieben und Schmunzeln wollen. Literarische Annäherungen an Tiere haben oft etwas Dogmatisches an sich, riechen nach Vegetariern und Spaßbremsen. Das passiert bei Claudia Edelmann nicht. Wir Menschen Tiere sehen und Tiere Menschen, das spielt sie locker durch – und das mit schöner Sprache.
Was soll ein Floh machen, der sich am Fuß verletzt hat und nun bei einem Pedanten gelandet ist, wo doch eine kesse Blondine gelockt hätte?! Und was ist, wenn das etwas groß geratene Paulchen ein Pärchen auf die Bäume jagt, um den Picknick-Korb in Ruhe leeren zu können?!
Vieles dreht sich um die Nahrungsaufnahme: Man stelle sich vor, die Nachbarin übernimmt einen Waschbären während der Geschäftsreise des Herrchens und erlebt am nächsten Morgen, wie der Waschbär alle Wasserhähne aufdreht und den Kühlschrank geplündert hat. Und erst nachdem die gute Flasche Wein geleert ist, kommt der kleine Hektiker zur Ruhe.
In den Vierbeinern spiegeln sich auch die Menschen wieder. Es sind die Charaktere, die wir wiedererkennen und uns zum Genießen der Episoden bringen. Da ist dann noch der Esel, der einen Dieb auf einem Campingplatz dingfest macht – und vieles mehr.
Die Zeichnungen sind von Karl Sewastianiuk, der die Pointen auch noch einmal seinerseits herausarbeitet.
Das alles ist vergnüglich und hintersinnig…


Erschienen im Südkurier am 22.10.2009

Heiterer Lesetag

Bodman-Ludwigshafen.
In Bayern geboren und seit noch nicht langer Zeit in Bodman wohnhaft, Journalismus, Belletristik, Betriebswirtschaftsstudium, Marketing, das sind die biografischen Stationen von Claudia Edelmann, die sich derzeit hauptsächlich als Schriftstellerin und Werbetexterin betätigt. Schon eine ganze Reihe von Publikationen hat sie veröffentlicht, so zum Beispiel „Der fliegende Delphin“, Geschichten und Anekdoten aus dem alten Konstanz und ganz neu „Tierisch verrückt“.

Mit diesem 129 Seiten starken Büchlein geht sie in diesen Wochen auf Lesetour. Jetzt war sie im Zollhaus Ludwigshafen zu Gast, wo sie an einem Nachmittag zahlreiche Kinder um sich scharte und abends erwachsene Literaturfreunde mit Vergnüglichem und Kuriosem über liebenswerte Vierbeiner begeisterte. Mit von der Partie: der bekannte Jazz- und Pop-Pianist und -Gitarrist Michael Kriegs aus Wahlwies. Und worüber man sich wundert: Claudia Edelmann liest kostenlos und spendet sogar noch einen Drink. Die kleinen Leseratten dürfen sich auf Kinderpunsch freuen.

Was veranlasst Hunde dazu ein Verbrechen zu begehen und nach welchen Kriterien suchen lebenslustige Flöhe ihre Wirte aus? Können sich Schafe die Gesichter von Menschen merken, und womit behandelt man einen Drachen, der an einem lästigen Schnupfen leidet? Kann man einen Ziegenbock tatsächlich mit Farbtherapie und Bachblüten von seinen Aggressionen befreien und wie erwehrt man sich eines Waschbären, der seiner Spezies alle Ehre macht und unter chronischem Waschzwang leidet? Die Antworten auf diese und andere Fragen weiß natürlich die Autorin und wer ihre Lesung verpasst, erfährt sie aus dem geschmackvoll aufgemachten Büchlein.

Im Leben der sympathischen schwarzhaarigen Mitbürgerin hat das Schreiben einen ganz besonderen Stellenwert. „Schreiben ist für mich die wunderbarste Möglichkeit etwas Neues zu schaffen, oftmals nicht wissend, was letztlich daraus werden wird“, bekennt sie. Als Journalistin und Autorin macht sie sich tagtäglich auf die Suche nach dem perfekten Wort, dem wohlklingenden Satz. „Doch diese Suche ist nicht immer Freude und Genuss. Schreiben ist harte Arbeit, die Gedanken sprudeln nicht immer so aus einem heraus, wie man es sich wünscht“, spricht sie der schreibenden Zunft aus der Seele. Wenn man aber ihre Büchlein sich zu Gemüte führt oder – noch besser – ihr Lesegast ist, begegnet man einer Schriftstellerin, die mit Wort und Sprache begeistern kann.